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Die Flucht

Atemlos blieb ich stehen.

Im Mund nistete übler Geschmack und meine beiden Lungen bebten. Hinter mich blickend gewahrte ich das winkende Etwas, das mich an­dauernd verfolgte und das die eigentliche Ursache meiner Flucht war. Erschreckt es wahrnehmend rannte ich weiter, immer weiter, bis ich zu einem frei in der Umgebung stehenden Turm kam.

In der Absicht mich zu verbergen, stürmte ich die gebogene und ge­wendelte Treppe empor bis ich auf der obersten Plattform angelangt war. Mich über die Zinne beugend, erkannte ich mit Schrecken die winkende Gestalt.

„Bleib‘ stehen!“ schrie ich der großen Höhe wegen laut, und äch­zend sank ich zurück, als die Gestalt den Kopf hob und ich in das Gesicht meiner Frau blickte. Als ich die Augen aufschlug, saß sie neben mir, spielerisch ein Messer in ihren Händen haltend. „Was willst du?“ fragte ich schwach. „Dich,“ antwortete sie einfach, „Und...warum??“ stöhnte ich gequält. „Weil ich dich liebe.“ lä­chelte sie einfach und näherte mir ihr schwammiges Gesicht. „Geh weg!“ schrie ich voll Ekel und stürzte mich über die Zinne, froh, entkommen zu sein.

 

 


 

M. Trapp


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